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Jobportraits

 

«Oft kann, darf, muss ich meine gesamte Kreativität und interdisziplinären Kenntnisse einsetzen.»

Verkehrsingenieur der Stadt Zürich

 

URS BIRCHMEIER hat 2011 den REIS Master an der ETH abgeschlossen. Den Bachelor hat er in Geographie gemacht. Heute ist er der Verkehrsingenieur der Stadt Zürich und steht überall dort im Einsatz, wo die Fragestellungen sehr komplex werden. Ein Beispiel: Eine Strasse mit eigenem Tramtrassee muss saniert werden. Der Strassenverkehr muss während der Bauphase aufs Tramtrassee verlegt werden. Fragestellung: Soll die Tramhaltestelle im Engpass bleiben oder soll diese während der Baustelle verlegt werden?

Datum: 1. Juni 2018

 

 

Das Interview im Detail

Was machst Du heute?

Ich bin der Verkehrsingenieur der Stadt Zürich und stehe überall dort im Einsatz, wo die Fragestellungen sehr komplex werden. Die Auswirkungen sind in den meisten Fällen nur noch interdisziplinär zu verstehen. So geht es in den meisten Fällen nicht nur um das Bedienen eines Werkzeuges oder eines Modells, sondern darum die wesentlichen Faktoren zu erkennen, deren Einfluss zu bestimmen und anhand von Normen und Kennwerten die resultierenden Verkehrsmengen zu quantifizieren. Um ein Beispiel zu geben: Ein Strassenzug mit Tram-Eigentrassee muss saniert werden. Der Strassenverkehr muss während der Bauphase aufs Tramtrassee verlegt werden. Fragestellung: soll die Tramhaltestelle im Engpass bleiben oder soll diese während der Baustelle verlegt werden. Meine Arbeit dabei ist es, Kennwerte zu öffentlichem Verkehr und Strassenverkehr erstellen (Menge und Häufigkeitsverteilungen).

Was gefiel Dir am Studium?

Ich persönlich finde es einzigartig wie stark wir die Fächer und Vertiefungen selber aussuchen konnten. Auch die interdisziplinäre Projektarbeit oder die Pflichtfächer über mehrere Disziplinen hinweg habe ich als sehr bereichernd empfunden. So gaben mir beispielsweise die Arbeiten bei und mit den angehenden Architekten einen ganz neuen Zugang und Sichtweise zur Städteplanung. Davon profitiere ich noch heute.

Was gefiel Dir am Studium nicht?

Es gab einen grossen Unterschied in der Auseinandersetzung des Lehrstoffes: kritische Denkweise versus "so ist es". In einzelnen Lehrveranstaltungen war es unerwünscht kritische Fragestellungen einzubringen.

Was magst Du an deiner Arbeit am meisten?

Ist die Fragestellung einmal klar, muss die Methode meist noch entwickelt werden. Also bin ich jeden Tag mit den mir zur Verfügung stehenden Werkzeugen und Ressourcen damit beschäftigt, möglichst effektive und effiziente Wege zu finden, die mir gestellten Fragestellungen zu beantworten. Oft kann, darf, muss ich also meine gesamte Kreativität und interdisziplinären Kenntnisse einsetzen. Mein Chef gibt mir dabei enorm grossen Handlungsspielraum - die Ergebnisse müssen aber einfach stimmen. Die Fragestellungen sind dabei enorm vielfältig.

Was ist manchmal schwierig an deiner Arbeit?

In den wenigsten Fällen ist die Fragestellung mit einem Knopfdruck erledigt. In Anbetracht der Tatsache, dass meine Funktion früher mehrere Leute ausübten, stellt es für mich täglich eine grosse Herausforderung dar, auf all die Fragestellungen angemessen eingehen zu können ohne an Qualität - dem wichtigsten Kriterium - Einbussen hinnehmen zu müssen.

Wie schätzt Du die Berufseinstiegchancen für Studienabgänge in 5 Jahren ein?

Die Leben gestaltet sich immer dynamischer, schneller und vielfältiger. Die Studienabgänger des BAUG bringen ein breites und fundiertes Wissen mit und sind methodisch und technologisch absolut auf dem neusten Stand. Sie lernen sich in Teams mit komplexen Fragestellungen auseinanderzusetzen und lösungsorientiert auf ein Ziel hinzuarbeiten. Damit bringen sie die wichtigen und notwendigen Voraussetzungen mit, sich im Bereich der Raumentwicklung einbringen zu können. Die Anforderungen werden immer herausfordernder aber genau deshalb werden gut ausgebildete Ingenieuren auch in Zukunft nachgefragt sein.

Welche Weiterbildungen strebst du an und wie hilft Dir das im beruflichen Umfeld?

Derzeit bilde ich mich in eigener Sache weiter, so wie ich dies auch während dem Studium gemacht habe. Da ich fast täglich als Experte gefragt werde, muss ich auch immer wieder Gesetze, Normen und Fachliteratur kontaktieren und mich auch mal neben der Arbeit intensiver mit einem Thema auseinandersetzen. Ich habe das Glück, dass ich in meiner Tätigkeit viel Motivation und Freude gewinnen kann und ungelöste Fragen auch mal in meiner Freizeit vertiefen kann. Dies bringt mich auf neue Gedanken und Ideen. Fachzeitschriften und weitere fachliche Dokumente ergänzen die eigene Weiterbildung.

 

 

Impressionen vom Arbeitsplatz

Die "zwei Welten" des digitalen Arbeitsplatzes: links die Verkehrssimulation mit den schönen Visualisierungen, rechts die allgemeinen Statistiken, Berichte, etc. zum aktuellen Problem
Auch Teil des Arbeitsplatzes: eine ganz normale Kreuzung, hier an der Wehntalerstrasse in Regensdorf ZH

Alle Portraits:

Urs Brichmeier

Raumentwicklung und Infrastruktursysteme ETH (MSc)

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Jörg Amsler

ehem. Leiter Fachbereich Meliorationen Bundesamt für Landwirtschaft

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Steffi Chroust

Geomatikingenieurin FH

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Gabriel Flury

Geomatikingenieur Ingenieurvermessung

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Petra Hellemann

Expertin Meliorationen, Bundesamt für Landwirtschaft

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Klara Hunger

Projektleiterin Abteilung Raum und Verkehr

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Lukas Hurni

Geomatikingenieur FH

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Dr. Alex Kohli

Geschäftsführer und Leiter internationaler Projekte

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Madeleine Manyoky

Doktorandin an der ETH Zürich

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Prof. Dr. Stephan Nebiker

Professor an der FHNW

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Stefan Osterwalder

Geometer und Geschäftsführer eines Ingenieurbüros

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Martin Probst

Geschäftsleitungsmitglied + Leiter LIS/GIS

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Nicole Romer

Projektleiterin in der Ingenieurvermessung bei der Corrodi Geomatik AG

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Dr. Claudia Röösli

Swiss Space Center

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Martin Rub

Geomatikingenieur ETH Projektleiter Ing.Vermessung

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Maurizio Scaramuzza

Head DNS Expert Team bei Skyguide

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Hannes Schneebeli

Leiter Infrastruktur Glattalbahn

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Hanspeter Schlatter

Teamleiter bei der SBB-Infrastruktur

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Dr. Fridolin Wicki

Direktor Bundesamt für Landestopografie

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