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Jobportraits

 

Prof. Dr. Stephan Nebiker

Professor an der Fachhochschule Nordwestschweiz

Wo arbeiten Sie und was ist dort Ihre Aufgabe?
Ich arbeite am Institut Vermessung und Geoinformation der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und bin dort Professor für Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformatik. Zu meinen vielfältigen Aufgaben gehören Vorlesungen im Bachelor- und Masterstudiengang, die Leitung des Masterstudiengangs in Geomatics sowie die Leitung einer Forschungsgruppe mit etwa 10 Mitarbeitenden. 

Was haben Sie letzte Woche in Ihrem Job gemacht? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Mein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Letzte Woche hielt ich beispielsweise eine Vorlesung über Fernerkundungssatelliten, führte mehrere Projektbesprechungen mit Masterstudierenden durch, hatte Vorbesprechungen mit Mitarbeitenden und Projektpartnern für ein spannendes neues Forschungsprojekt, reichte einen Forschungsantrag ein, arbeitete an einem Gutachten für eine internationale Organisation und – wenn immer es die Zeit erlaubte – an einem eigenen wissenschaftlichen Artikel.

Was mögen Sie besonders an Ihrer Arbeit? Was ist besonders interessant und spannend an Ihrem Beruf?
An meinem Beruf als Professor schätze ich die fachliche Freiheit ganz besonders. Ich kann weitgehend selbst bestimmen, welche neuen Themen ich mit meinem Team in nächster Zeit bearbeiten möchte und was ich in meiner Vorlesung den Studierenden vermitteln möchte. Besonders spannend und interessant ist für mich, dass ich immer mit jungen Leuten zu tun habe und mich ständig mit neuen Entwicklungen und Technologien beschäftigen darf.

Was hat Sie dazu motiviert, den Beruf zu ergreifen?
Ich interessierte mich schon früh für Karten und Geometrie und hatte im Gymnasium die Möglichkeit, während der Ferien jeweils in einem Geometer-Büro zu arbeiten. Der dortige Mix zwischen Feld- und Büroarbeit mit damals noch analogen Plänen faszinierten mich. Und obwohl sich das Berufsfeld der Geomatik seither vollkommen verändert und stark ausgeweitet hat, hat mich diese Faszination nicht mehr losgelassen.

Wie sah Ihr bisheriger Werdegang in Ausbildung und Beruf aus?
Nach dem Studium als Vermessungsingenieur an der ETH Zürich zog es mich ins Ausland. Dabei hatte ich das Glück, während fünf Jahren als Projektingenieur und Ausbildner in Dutzenden von Ländern auf fast allen Kontinenten arbeiten zu können und einmalige Erfahrungen zu sammeln. Nachdem ich die Prüfung zum Eidg. Ingenieur-Geometer absolviert hatte, ging ich nochmals zurück an die ETH und schrieb dort eine Doktorarbeit im damals völlig neuen Bereich der Geoinformationssysteme.

Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Job gekommen und was hat Ihnen dabei besonders geholfen?
Ich hatte schon während meiner Zeit als Doktorand das Institut Vermessung und Geoinformation an der FHNW als Experte und als Dozierenden-Stellvertreter kennen gelernt. Dabei kamen mir meine Erfahrungen als Organisator und Leiter von Schulungskursen zugute. Als dann die Professur für Photogrammetrie und Geoinformatik an der FHNW ausgeschrieben wurde, musste ich mich zwischen dieser Stelle und einem spannenden Stellenangebot bei ESRI in Kalifornien entscheiden. Meinen Entscheid für die FHNW habe ich noch nie bereut.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind nach Ihrer Meinung hilfreich für den Ingenieurberuf?
Da sich die Geomatik sehr rasch wandelt und weiter entwickelt, gehören für mich neben einer gewissen mathematischen Grundbegabung eine Offenheit und eine Interesse für Neues zu den Grundvoraussetzungen, um in diesem Beruf glücklich und erfolgreich zu sein. Faszinierend und sehr bereichernd finde ich zudem das Zusammenspiel der Geomatik mit einer Vielzahl von anderen Fachgebieten.

Verraten Sie uns Ihr Motto/Lebensphilosophie?
Ich habe kein eigentliches Lebensmotto. Aber "man muss Menschen mögen" und "sei offen für Neues" erscheinen mir eine gute Voraussetzung, um in einem Ausbildungsberuf glücklich zu bleiben.

Nennen Sie bestimmte Meilensteine und Highlights in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn:
Ich durfte in meinem Beruf schon verschiedene Highlights erleben, musste aber auch schon Rückschläge einstecken. Ein besonderes Highlight sind für mich die beruflichen Erfolge ehemaliger Studierender und Mitarbeitender, beispielsweise als Firmengründer oder als Professorin. Ebenfalls sehr spannend ist die Gründung von Spin-off-Firmen zusammen mit ehemaligen Studierenden und Mitarbeitenden – mit all ihren Risiken und Nebenwirkungen …

Welche Tipps geben Sie einer jungen Person, die sich für ein Geomatikstudium interessiert?
Wer sich dafür interessiert, wie sich die Realität mit Hilfe von Kameras und anderen Sensoren digital abbilden und als zwei- oder dreidimensionales digitales Modell abbilden lässt, oder wie Umweltdaten mittels Drohnen oder Satelliten erfasst und anschliessend analysiert, visualisiert und beispielsweise in einer App genutzt werden können, für den oder die ist ein Geomatik-Studium genau das Richtige.

 

 

Alle Portraits:

Jörg Amsler

ehem. Leiter Fachbereich Meliorationen Bundesamt für Landwirtschaft

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Steffi Chroust

Geomatikingenieurin FH

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Gabriel Flury

Geomatikingenieur Ingenieurvermessung

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Petra Hellemann

Expertin Meliorationen, Bundesamt für Landwirtschaft

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Klara Hunger

Projektleiterin Abteilung Raum und Verkehr

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Lukas Hurni

Geomatikingenieur FH

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Dr. Alex Kohli

Geschäftsführer und Leiter internationaler Projekte

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Madeleine Manyoky

Doktorandin an der ETH Zürich

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Prof. Dr. Stephan Nebiker

Professor an der FHNW

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Stefan Osterwalder

Geometer und Geschäftsführer eines Ingenieurbüros

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Martin Probst

Geschäftsleitungsmitglied + Leiter LIS/GIS

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Nicole Romer

Projektleiterin in der Ingenieurvermessung bei der Corrodi Geomatik AG

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Dr. Claudia Röösli

Swiss Space Center

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Martin Rub

Geomatikingenieur ETH Projektleiter Ing.Vermessung

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Maurizio Scaramuzza

Head DNS Expert Team bei Skyguide

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Hannes Schneebeli

Leiter Infrastruktur Glattalbahn

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Hanspeter Schlatter

Teamleiter bei der SBB-Infrastruktur

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Dr. Fridolin Wicki

Direktor Bundesamt für Landestopografie

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