Jobportraits

 

Jörg Amsler

ehem. Leiter Fachbereich Meliorationen im Bundesamt für Landwirtschaft

Wo arbeiten Sie und was ist dort Ihre Aufgabe?
Bundesamt für Landwirtschaft BLW. Leitung des Fachbereiches Meliorationen beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), Stellvertretung des Leiters des Direktionsbereiches Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung. 

Was haben Sie letzte Woche in Ihrem Job gemacht? Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Bearbeitung von kulturtechnischen Projekten, wie Güterzusammenlegungen, Weganlagen, Wasserversorgungen, ökologischen Vernetzungen im Kanton Jura; Bearbeitung von Budget und Finanzplanung BLW, Beantwortung parlamentarischer Vorstösse, Bearbeitung eines Forschungsprojektes mit der ETH-Z, Bearbeitung personeller Fragen, Nachfolgeregelungen

Was mögen Sie besonders an Ihrer Arbeit? Was ist besonders interessant und spannend an Ihrem Beruf?
Vielfalt: Mitgestaltung politischer Prozesse, Bearbeitung gesetzlicher Grundlagen zur Anwendung kulturtechnischer Instrumente in verschiedenen Disziplinen (beispielsweise Renaturierung, Raumplanung, Infrastrukturprojekte), Projektbearbeitung in allen Ausprägungen der Kulturtechnik, Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachbereichen, Initiierung von Projekten mit der ETH und FH‘s, Ausbildungstätigkeit an Fachhochschulen.

Was hat Sie dazu motiviert, den Beruf zu ergreifen?
Breit gefächerte Ausbildung: Bau-/Kulturtechnik, Recht, Planung, naturwissenschaftliche Grundlagen.

Wie sah Ihr bisheriger Werdegang in Ausbildung und Beruf aus?
1971 – 1976 Studium der Kulturtechnik an der ETH – Zürich, Abschluss als Dipl. Ing. ETH,
1974 Praktikum im Bereich Landumlegung und Wasserbau in Eindhoven (NL),
1976 – 1981 leitender Ingenieur beim Meliorations- und Vermessungsamt des Kantons Zürich.
Ab 1981 Eintritt als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Landwirtschaft
1989 Sektionschef Bodenverbesserungen
2002 Chef Abteilung Strukturverbesserungen
Seit 2008 Stv. Leiter Direktionsbereich Direktzahlungen und Strukturen

Wie sind Sie zu Ihrem jetzigen Job gekommen und was hat Ihnen dabei besonders geholfen?
Gute Referenzen aus der beruflichen Tätigkeit und Führung, Engagement und Erfahrung in Fachgebiet und in Schnittstellen zu tangierten Bereichen, gute Kenntnisse der Verwaltung und des Rechts.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind nach Ihrer Meinung hilfreich für den Ingenieurberuf?
Naturwissenschaftliche Neugier, analytisches Arbeiten, Interessen über das eigene Fachgebiet hinaus, Denken in Alternativen, lösungsorientiertes Arbeiten, Selbstvertrauen, Kommunikation (Didaktik)

Verraten Sie uns Ihr Motto/Lebensphilosophie?
Authentizität, Offenheit

Nennen Sie bestimmte Meilensteine und Highlights in Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn
Konsensfindung mit verschiedenen Anspruchsgruppen in Wegleitungen, u.a. „Meliorationen im Einklang mit Natur und Landschaft“. Einführung neuer Bewertungsmethoden bei Landumlegungen zusammen mit Wissenschaft, Praxis und Verwaltung. Erfolgreiches politisches und berufliches Engagement für gesetzliche Grundlagen zur Landumlegung, d.h. zur Kaskade „freihändiger Landerwerb – Landumlegung – Enteignung erst als ultima ratio“ in verschiedenen Gesetzen (EBG, RPG, LwG, GSchG), Einführung der periodiscehn Wiederinstandstellung (PWI), der Projekte zur regionalen Entwicklung (PRE) und Behördenbeschwerde für Fruchtfolgeflächen (FFF).

Welche Tipps geben Sie einem Schüler, der sich für ein Geomatikstudium interessiert?
Studium nutzen für Vorlesungen in verwandten Fachrichtungen wie Bau-, Umwelttechnik und Raumplanung sowie nach Möglichkeit Geisteswissenschaften. Die breite Ausbildung geht leider mit dem Sammeln ECTS-Punkten etwas unter!

Schwerpunkte der beruflichen Tätigkeit:
- Leitung Fachbereich Meliorationen:
Oberaufsicht über die kulturtechnischen Projekte in den Kantonen, als da sind: Landumlegungen, Bewässerungen, Entwässerungen, Erschliessungen mit Wegen, Wasser und Strom, Unwettersanierungen, Bearbeitung von Schnittstellen mit der Raumplanung, Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, Hochwasserschutz und Renaturierung, Energieversorgung, Schadenprävention vor Naturereignissen sowie mit den Infrastrukturen, wie Auto-, Eisenbahnen, Flugplätzen, Rohr- und elektrischen Leitungen.
- Initialisierung und Mitautor gesetzlicher Regelungen: u.a. Landumlegungen im Eisenbahngesetz, im LwG, im RPG und im GSchG (Kaskadenregelung: freihändiger Landerwerb, Landumlegung, Enteignung als ultima ratio); periodische Wiederinstandstellung von kulturtechnischen Bauten und Anlagen (PWI) im LwG; Projekte zur regionalen Entwicklung PRE; Behördenbeschwerderecht zugunsten von Fruchtfolgeflächen im RPG.Leitung oder Mitarbeit in Arbeitsgruppen in den Bereichen Raumplanung, Umwelt, Landschaftsentwicklung, Kostensenkung in der Landwirtschaft.
- Mitautor und -herausgeber verschiedener Schriften (u.a. UVP bei Meliorationen (1990), SIA-Empfehlung 406 Inhalt und Darstellung von Bodenverbesserungsprojekten (1991), Meliorationen im Einklang mit Natur und Landschaft (1998), Privater Nutzen von Arrondierung und Wegnetz bei Gesamtmeliorationen (2001), Werkzeugkasten LEK (2002), Grundlagen zur Bewertung von Kulturland und naturnahen Flächen bei Landumlegungen (2004), AG zur Bewertung und Abbau von Vorschriften (2005), Strategische Analyse zur Weiterentwicklung der Strukturverbesserungen und der sozialen Begleitmassnahmen (2008), Netzwerk Modellvorhaben für den ländlichen Raum (2002 / 2007 / 2014)).
- Mitglied verschiedener schweizerischer und internationaler Fachgremien: SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein), geosuisse (Schweizerischer Verband für Geomatik und Landmanagement), VLP / ASPAN (Schweizerische Vereinigung für Landesplanung), ROK (Raumordnungskonferenz des Bundes), CIGR (Commission Internationale du Génie Rural, Mitverfasser CIGR-Handbook, Teil minor rural roads), CEDR (Comité Européen de Droit Rural), Swiss Contribution (Schweizer Osthilfe) sowie der Ausbildung (ZHAW Wädenswil).

Hinweis: Die umfassende Ausbildung der Kulturingenieure sind eine ausgezeichnete Voraussetzung als Gemeindeingenieure oder in der Exekutive einer Gemeinde mitzuwirken, beispielsweise in Ressorts wie Bau, Planung, Verkehr, Energie und Umwelt. Ein Engagement, das sich lohnt!

 

 

Alle Portraits:

Jörg Amsler

ehem. Leiter Fachbereich Meliorationen Bundesamt für Landwirtschaft

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Steffi Chroust

Geomatikingenieurin FH

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Gabriel Flury

Geomatikingenieur Ingenieurvermessung

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Petra Hellemann

Expertin Meliorationen, Bundesamt für Landwirtschaft

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Klara Hunger

Projektleiterin Abteilung Raum und Verkehr

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Lukas Hurni

Geomatikingenieur FH

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Dr. Alex Kohli

Geschäftsführer und Leiter internationaler Projekte

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Madeleine Manyoky

Doktorandin an der ETH Zürich

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Prof. Dr. Stephan Nebiker

Professor an der FHNW

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Stefan Osterwalder

Geometer und Geschäftsführer eines Ingenieurbüros

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Martin Probst

Geschäftsleitungsmitglied + Leiter LIS/GIS

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Nicole Romer

Projektleiterin in der Ingenieurvermessung bei der Corrodi Geomatik AG

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Dr. Claudia Röösli

Swiss Space Center

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Martin Rub

Geomatikingenieur ETH Projektleiter Ing.Vermessung

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Maurizio Scaramuzza

Head DNS Expert Team bei Skyguide

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Hannes Schneebeli

Leiter Infrastruktur Glattalbahn

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Hanspeter Schlatter

Teamleiter bei der SBB-Infrastruktur

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Dr. Fridolin Wicki

Direktor Bundesamt für Landestopografie

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