Jobportraits

 

Steffi Chroust

Geomatikingenieurin FH

Nach der beruflichen Grundbil­dung als Geomatikerin mit inte­grierter Berufsmaturität sammel­te Steffi Chroust Berufserfahrung und studierte danach Geomatik an der Fach­hochschule Nordwestschweiz in Muttenz. Seute ist sie Sachbear­beiterin und Stellvertreterin des Chefs der Vermessungsabteilung in einem grossen Ingenieurbüro.

Etwa die Hälfte ihrer Arbeitszeit verbringt die Geomatikingenieurin «im Feld», also bei Vermessungsarbeiten draussen. «Die Möglichkeit, im Freien zu arbeiten, war ein wichtiger Aspekt bei der Wahl meines Berufs», erinnert sie sich. «Ein zweiter war natürlich auch ein gewisses Faible für Mathematik und Geometrie.» Nach der beruflichen Grundbildung war sie hauptsächlich im Bereich der amtlichen Vermessung tätig: sie bearbeitete im Wesentlichen Grenz- und Gebäudemutationen. Als Geomatikingenieurin ist ihr Arbeitsspektrum nun breiter: Sie ist für Ingenieurvermessungen zuständig oder leitet ganze Vermessungsprojekte.

Die Aufträge kommen von Mitarbeitenden des Ingenieurbüros oder von externen Kunden. Die Anfragen gelangen einerseits zu ihrem Vorgesetzten und andererseits direkt zu ihr, je nachdem, wer gerade mehr Zeit hat. Da gilt es, zuerst die Grundlagen zu studieren und eine Offerte auszuarbeiten. Wird der Auftrag konkret, erstellt die Geomatikingenieurin ein Messkonzept, nimmt die Messungen im Feld vor, wertet im Anschluss daran die Daten aus, verfasst einen Bericht für die Auftraggeber und erstellt eine Dokumentation.

Das klingt alles recht logisch und einfach – ist es das auch? «Jeder Auftrag ist anders, andere Rahmenbedingungen sind wichtig, die Resultate müssen auf ganz bestimmte Fragestellungen hin ausgewertet werden. Daher muss man sich schon gut überlegen, wie man die Arbeit am besten in Angriff nimmt», sagt Steffi Chroust. Grundsätzlich geht sie von den Daten der amtlichen Vermessung sowie von den Bauplänen des Objekts aus. «Wenn ich zum Beispiel eine Brücke neu vermessen muss, bespreche ich mich meist zuerst mit einem Statiker, der mir sagt, wo Messpunkte aus statischer Sicht am sinnvollsten sind», erklärt sie. «Diese Punkte bringe ich in Beziehung zu Fixpunkten der amtlichen Vermessung oder eines lokalen Fixpunktnetzes. Eventuelle Deformationen an der Brücke können dann als Veränderungen in Bezug auf diese Punkte ermittelt werden.» Wenn die Vorbereitungen am Pult erledigt sind, setzt sie sich in den Vermessungsbus, in dem alle Instrumente und Werkzeuge bereit liegen, und fährt «ins Feld», setzt die Punkte, vermisst sie und wertet die erhobenen Daten später im Büro aus.

Die Geomatikingenieurin zieht eine grosse Befriedigung aus ihrer Arbeit: «Sie ist sehr abwechslungsreich, und ich glaube, sie entspricht meinem Bedürfnis nach Spontaneität und Flexibilität. Ich habe auch sehr viel Kon- takt mit anderen Berufsgattungen, sowohl im Büro als auch auf den Baustellen. Und ich kann meine Arbeit weitgehend selbstständig einteilen.» Auch wenn ihr das Arbeiten draussen immer ein grosses Bedürfnis ist, bildet sie sich für neue Aufgaben weiter und belegt derzeit ein Nachdiplomstudium in Umwelttechnik. «Da kann ich auf meiner Vorbildung aufbauen und gleichzeitig umwelttechnische Aspekte wie Abwasser, Bodenerhaltung, Luftreinhaltung, Lärmschutz usw. bearbeiten und mit der Zeit meine berufliche Tätigkeit auf eine noch breitere Basis stellen.»

Alle Portraits:

Jörg Amsler

ehem. Leiter Fachbereich Meliorationen Bundesamt für Landwirtschaft

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Steffi Chroust

Geomatikingenieurin FH

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Gabriel Flury

Geomatikingenieur Ingenieurvermessung

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Petra Hellemann

Expertin Meliorationen, Bundesamt für Landwirtschaft

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Klara Hunger

Projektleiterin Abteilung Raum und Verkehr

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Lukas Hurni

Geomatikingenieur FH

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Dr. Alex Kohli

Geschäftsführer und Leiter internationaler Projekte

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Madeleine Manyoky

Doktorandin an der ETH Zürich

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Prof. Dr. Stephan Nebiker

Professor an der FHNW

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Stefan Osterwalder

Geometer und Geschäftsführer eines Ingenieurbüros

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Martin Probst

Geschäftsleitungsmitglied + Leiter LIS/GIS

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Nicole Romer

Projektleiterin in der Ingenieurvermessung bei der Corrodi Geomatik AG

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Dr. Claudia Röösli

Swiss Space Center

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Martin Rub

Geomatikingenieur ETH Projektleiter Ing.Vermessung

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Maurizio Scaramuzza

Head DNS Expert Team bei Skyguide

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Hannes Schneebeli

Leiter Infrastruktur Glattalbahn

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Hanspeter Schlatter

Teamleiter bei der SBB-Infrastruktur

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Dr. Fridolin Wicki

Direktor Bundesamt für Landestopografie

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